Und, war’s schwer? Das war wohl die häufigste Frage in der letzten Woche. Ja und Nein, sage ich dann immer. In vielen Bereichen war’s einfacher als gedacht, in anderen nahezu unmöglich. Es gab Überraschungen, Erkenntnisse und Einsichten. Und körperliche Auswirkungen. Aber alles der Reihe nach:

30 Tage regionale ernähren funktioniert – mit Abstrichen

 

Der Aufwand?

In der ersten Woche riesig. Das lag vor allem daran, dass ich möglichst viele regionale Betriebe kennenlernen wollte, was mich von Golling bis an die Grenze zu Oberösterreich geführt hat. Zwischenzeitlich hatte ich das Gefühl nur noch im Auto auf dem Weg zum Einkaufen zu sitzen. Aber Spaß haben sie gemacht, die ganzen Besuche auf Bauernhöfen, in Metzgereien, beim Fischer und auf dem Biergut. Am Ende der ersten Woche war ich dann schon richtig gut organisiert und hatte einen Haufen guter Kontakte gesammelt. Heute weiß ich, es ist alles eine Sache der richtigen Organisation. Man muss die Öffnungszeiten der Hofläden und die Markttage im Kopf haben und sich richtige Einkaufstage einplanen. Und man muss über das regionale Angebot der Supermärkte informiert sein. Und man muss akzeptieren, dass es auch mal gerade was nicht gibt. Mein Wochenplan sieht jetzt in etwa so aus:

Mittwoch:       Hühner bestellen

Donnerstag:   Schranne (Gemüse, Milchprodukte, Fleisch, Eier, etc.)

Freitag:           Walser Bauern, Joglbauer, Schusterbauer, Europark Bauernmarkt oder Bauernmarkt Grödig, Fisch kaufen

Samstag:         Bauernmarkt Hallein oder Grünmarkt in Salzburg, Hühner abholen

Sonntag:         Hochbeet ernten (oder einfach mal die Lebensmittel aufbrauchen…)

Montag:          frisches Brot (Pföss, Itzlinger, Obauer, St.Peter) holen

Dienstag:        Lagerhaus oder Sparmarkt in Aigen

Mittwoch:       alles aufbrauchen

 

Übrigens: Viel Hilfestellung gab’s über die www.garantiert-regional.at Seite!

 

Regional kochen?

Überhaupt kein Problem. Verzichtet habe ich auf alle asiatischen Gerichte, dafür habe ich viel neues ausprobiert. Positiv überrascht war ich beim Thema Salz. Da bin ich inzwischen Fan vom Salzburger Natursalz. Abgegangen ist mir definitiv das Olivenöl. Ich bin zwar durchaus auf den Geschmack von gutem Rapsöl gekommen und habe mir ein herrliches Pesto mit Gartenkräutern, frischen Walnüssen und Walnussöl aus der Salzburg Ölmühle gemacht, aber ich geb’s zu: ich bin einfach ein Olivenölfan…

Beim Pfeffer habe ich eine wirkliche Ausnahme gemacht. Ich habe versucht so oft es geht Pfeffer durch Chili zu ersetzen, aber bei manchen Gerichten braucht es einfach die schwarzen Kügelchen. Zum Würzen kamen meine Gartenkräuter zum Einsatz. Da stehst Du bei manchen Gerichten natürlich irgendwann an (Zimt, Vanille, etc.). Aber nachdem hier auch das Salzburger Land Herkunftszertifikat eine Ausnahme macht, sehe ich das für die Zukunft nicht so dramatisch.

 

Neuentdeckungen?

Definitiv das Eis. Wenn man Wiener Zucker als regional akzeptiert, dann staunt man über das tolle Angebot an regionalen Eislieferanten, die sich vor allem aus heimischen Milchbauern zusammensetzen. Meine Highlights waren das Heidelbeer-Rosmarin Schafmilch-Eis vom Eisl, das Vanilleeis vom Höfinger und die vielfältige Auswahl vom Schmiedbauer aus Bad Vigaun und das Eis vom Schusterbauern. Alles extrem lecker.

Auch die Walser Melonen vom Dandlhof haben mich überrascht und mein Obstangebot definitiv erweitert.

Richtig begeistert war ich vom Putenfleisch vom Spittalergut. Ich meide normalerweise Pute eher, aber die hat mich echt überzeugt. Da lohnt sich sogar der Weg zum Markt nach Hallein.

Dann gab’s sooo viele leckere Kuh- und Schafmilchprodukte. Ganz vernarrt bin ich in die Schafmilchröllchen von der Hofkäserei Haslauer in Elsbethen. Das war quasi mein tägliches Mittagessen mit Gemüse aus meinem Garten.

Jeden Freitag betreibt der Greilhof aus dem Lungau einen Stand am Bauernmarkt im Europark. Nur an diesem Tag gibt’s dort ein sensationelles Tauernroggenbrot von einer Lungauer Bäuerin.

 

Essen im Restaurant?

Das war genauso schwierig wie erwartet. Ich habe zwar bewusst Gasthäuser aufgesucht, die (zumindest vordergründig) auf regionale Lebensmittel setzen, aber die Realität holt einen da sehr schnell ein. Am Ende war ich immer froh, wenn die Hauptzutat (meistens Fleisch, Fisch oder Milchprodukte) zumindest aus Salzburg kam. Da habe ich bei Gemüse und Co auch mal ein Auge zugedrückt. Durch meine neu erworbenen Einkaufs-Erkenntnisse kann ich jetzt allerdings sehr gut abschätzen, was überhaupt regional sein kann und was mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht. Am Ende ist es für die Gastro immer ein Kosten- und Logistikthema. Gasthäuser, bei denen der Großteil der Zutaten aus der Region kommen, kann man eigentlich nicht hoch genug schätzen. Der Extra-Euro ist es hier auf jeden Fall wert.

 

Gesundheitliche Auswirkungen?

Hatte ich eigentlich gar keine erwartet. Umso erfreuter war ich, dass sie eintraten. Ich habe sogar ein bisschen abgenommen. Das hatte im Wesentlichen zwei Gründe:

  1. Mangels Alternativen habe ich manchmal einfach nichts gegessen oder das Essen etwas aufgeschoben. Wo sonst mal schnell ein Riegel oder eine Handvoll Nüsse den Weg in meinen Mund fanden, war erstmal Pause angesagt. Quasi Intervallfasten light. Und das war gut so, denn die Pausen zwischen den Mahlzeiten sind unglaublich wichtig (und für mich manchmal soooo schwer umzusetzen.)
  2. Ich habe nur echte, ehrliche Lebensmittel zu mir genommen: keine Fertigprodukte, keine Süßigkeiten. Da ich mir bei jeder Sache des Aufwands (für mich, für den Bauern, für die Marktleute) bewusst war, haben ich in der Regel sehr langsam und genussvoll gegessen.

Aber es gibt auch ein paar kritische Seiten der rein regionalen Ernährung. Denn bei ein paar Nährstoffen sind wir einfach nicht so gut bestückt: Omega-3 Fettsäuren (Meeresfisch) sind schwierig aufzuholen. Sie wären zwar im Weiderind drin, aber so viel Fleisch esse ich dann doch nicht. Und mit Leinöl tue ich mir einfach schwer (außer ganz frisch von der Salzburger Ölmühle). Auch beim Magnesium machten sich ein paar Mangelerscheinungen bemerkbar. Ich brauch da ziemlich viel und ohne Nüsse und Kerne wird’s dann etwas schwierig für mich. Jod ist so eine Sache, da könnten sich auf Dauer auch ein paar Defizite ergeben.

 

Genuss oder Verzicht?

Einmal kontaktierte mich Elfi Geiblinger, die jahrelang für den ORF von der Schranne berichtete. Sie beklagte, dass meine Challenge den Verzicht so in den Vordergrund stelle. Lustig, ich hatte das gar nicht als solches empfunden. Vielleicht liegt das daran, dass ich im Verzicht auch einen gewissen Lustfaktor sehe. Ich halte es da immer nach dem griechischen Philosophen Epikur, der den Genuss als das höchste menschliche Ziel identifiziert hatte. Epikur war Vegetarier und überzeugt, dass dem höchsten Genuss immer auch der Verzicht vorangeht. Ich denke ein großes Problem unserer Konsumgesellschaft ist die permanente Verfügbarkeit aller Lebensmittel. Wenn man immer alles haben kann, dann gibt es nichts mehr worauf man sich freuen kann. Wer regional und damit zwangsläufig saisonal isst, erfreut sich viel mehr über die ersten Erdbeeren, den frischen Spargel, den Rhabarberkuchen oder die süßen Marillen.

Regional essen heißt aber in erster Linie viel Genuss zu gewinnen. Ich kenne jetzt den Geschmack eines regionalen Hendls, die Vielfalt unserer heimischen Milch- und Schafmilchprodukte und die Süße einer heimischen Melone. Wir leben wahrlich in einem Lebensmittelparadies, das uns vor allem in den Sommermonaten reich beschenkt. Heute schätze ich das noch mehr als früher.

Wie geht’s weiter?

Jetzt, wo ich eingespielt bin aufhören? Natürlich nicht. Das ist wie nach einer Ernährungsumstellung wieder zu den alten Gewohnheiten zurückzukehren. Ein paar Lebensmittel werden zwar wieder Einzug halten in meine Küche, wie Olivenöl, Nüsse oder Meeresfisch, aber meine generellen Einkaufsgewohnheiten bleiben jetzt erstmal. Was der Winter bringt, wird sich zeigen. Vielleicht wird’s dann gerade erst spannend.

Am Ende des Tages habe ich viel gewonnen. Ich bin ein bisschen stolz auf mich und auf unsere heimischen Lieferanten. Ein bisschen schade fand ich, dass ich einfach nicht alle Höfe und Bauern besuchen konnte, die ich mir vorgenommen hatte. Es gibt noch so viel zu entdecken!! Aber was nicht ist, kann ja noch werden.

Vielleicht konnte ich auch ein paar Leute dazu animieren ebenfalls mehr Fokus auf die regionalen Produkte zu legen. Das würde mich freuen. Ich freue mich auch über Eure Erfahrungen zu dem Thema. Schreibt mir doch!!

Meine persönlichen Tipps für den regionalen Einkauf im Überblick

Meine 30 Tage Challenge „regional essen“ ist quasi vorbei. Bevor es ein ausführliches Fazit von mir gibt,  möchte ich Euch noch meine persönlichen Highlights an regionaler Einkaufsmöglichkeiten zusammenfassen inkl. aller Öffnungszeiten und ggf. Ansprechpersonen. Natürlich ist die Liste bei Weitem nicht vollständig. Im Gegenteil: eigentlich ist es nur ein kleiner Auszug von einem unfassbar tollen Angebot an Salzburger Land Lebensmitteln. Ich habe Euch die Geschäfte und Betriebe zusammengefasst, die in in den letzten Wochen selbst besucht und natürlich kräftig eingekauft habe.

Hofläden

Joglbauer in Obertrum
Hohengarten 3, Obertrum
Öffnungszeiten: Dienstag 16 – 18.30 Uhr, Freitag 13 – 18.30 Uhr, Samstag 8.30 – 12 Uhr
www.hofladen-joglbauer.at

Was gibt’s? Neben zahlreichen Bio-Produkten gibt’s Gemüse vom Hof, Bio-Eier, Brot und Gebäck aus selbst angebautem Getreide, zahlreiche Milchprodukte und immer wieder Fisch vom Fisch-Krieg. Special: selbstgemachte Essige und Sirups

Ansprechpartner: Robert und Katharina Hofer

 

Dandlgut in Wals
Bauernschmiedgasse 8, Wals
Öffnungszeiten: Freitag 10 – 17 Uhr
www.dandlhof.at

Was gibt’s? Natürlich viel Gemüse vom Hof, Obst (Melonen!), Milchprodukte, Eier, Brot aus selbstangebautem Getreide, Veredeltes. Der Dandlhof zählt mit den innovativsten Walser Bauern.

Ansprechpartner: Fam. Reiter (Monika)

 

Hörmannbauer
Kirchenstr. 20, Wals
Öffnungszeiten: Freitag 10 – 17 Uhr und jeden Donnerstag auf der Schranne und jeden Salzburg am Grünmarkt

Was gibt’s? Jede Menge Gemüse und im Spätsommer eine tolle Auswahl an Tomaten.

Ansprechpartner: Fam. Punz

 

Winklhofer Gartenbau
Viehhauserstr. 28, Wals – Viehhausen
Öffnungszeiten: Mi + Fr. 8-12 und 13-17 Uhr (Kräuter offensichtlich täglich) und jeden Donnerstag auf der Schranne

www.gartenbau-winklhofer.at

Was gibt’s? Neben Gemüse die einzigen Salzburger Land zertifizierten Kräuter, auch Besonderheiten, wie z.B. Bonsai-Chili

Ansprechpartner: Johann und Sabine Winklhofer

 

Erentrudishof
Morzger Straße 40, Salzburg
www.erentrudishof.at
Öffnungszeiten: Montag bis Freitag durchgehend von 9:00 – 18:30 und Samstag: 9:00 – 12:00

Was gibt’s? Ein umfangreiches Bio-Sortiment, vorwiegend aus der Region, Bio-Heumilch, Bio-Eier, Selbstgemachtes vom Chef

Ansprechpartner: Christian Gumpinger

 

Schusterbauer’s Hofladen
Wagnerstr. 17, Koppl
https://schusterbauer.jimdo.com
Öffnungszeiten: Immer Freitag Nachmittags, ggf. vorher anrufen

Was gibt’s? Milchprodukte, Brot, Kuchen, Sirups, Marmeladen – ganz viel selbstgemachte Leckereien

Ansprechpartner: Fam. Schmitzberger

 

 

Regionales To Go – Automaten

  • Heumilch Automat beim Erentrudishof
  • Eier-Automat von Kastner’s Bio Eier in Anif beim Maximarkt und im Römerweg

 

Märkte

Salzburger Schranne,
jeden Donnerstag, 6 -13 Uhr

Halleiner Bauernmarkt
jeden Samstag, 6 – 12 Uhr

Bauernmarkt im Europark
Jeden Freitag. Hier findet man u.a. den Greilhof (Fleisch, Schwammerl, Brot aus dem Lungau). (bio-greilhof.at)

 

Supermärkte und Geschäfte mit regionalem Sortiment

Rochushof
eine Filiale vom Feldinger’s Ökohof in Wals inkl. Bistro für ein gesundes Mittagessen
Rochusgasse 6, Salzburg

Sparmarkt Haas in Aigen
(Tipp: die kleineren Sparmärkte können Ihr Sortiment zum Teil selbst zusammenstellen und beziehen oft von umliegenden Bauern). Herr Haas führt z.B. auch Fuschlsee-Saiblinge und Fleisch von Salzburger Bauern

Interspar im Europark
Hier gibt’s sehr viele Salzburg Milch-Produkte vom „Mattigtaler“ und Freitags und Samstags die Hendl vom Eigenherr

Lagerhaus Elsbethen
regionales Sortiment umliegender Bauern: Fleisch, Eier, Brot, Milchprodukte, Wurstwaren
Ein echter Tipp für alle, die in Salzburg’s Süden wohnen.

 

Fleisch, Fisch und Geflügel ab Hof

Geflügel Eigenherr am Heuberg
Mettigweg 5, Heuberg

Was gibt’s : Hühner, im Frühjahr auch Enten, Eier
Bestellung bei Anton Eigenherr bis Mittwoch am Abend, telefonisch oder per email, Abholung Samstag Vormittag

 

Andrea Berger (Farmerclub) am Gaisberg
Reitgutweg, Salzburg

Was gibt’s: Galloway Rinder
Freitags kommt der Metzger, vorher am besten anrufen

 

O-Fischer’s Frischfisch-Ladl, Fam. Kapeller
Kapellerweg 9, Seekirchen

Wann: Mo-Sa, 8-12 Uhr und Fr. 13-18 Uhr

Was gibt’s? Fische aus dem Wallersee, teilweise auch gebeizt (Tipp!

Lieferservice

Salzburger Vitalkisterl
www.vitalkisterl.at
Zweimal pro Woche frische Ernte von den Walser Bauern

 

 

Wer hat noch gute Empfehlungen? Dann ergänze ich die Liste gerne!!! 

Ansonsten noch viel Spaß beim regionalen Einkaufen!!!

30 Tage regional essen: Fleisch einkaufen

Rind, Lamm und Wild sind die Salzburger Stärken

Kommen wir vom Gemüse zum Thema Fleisch. Da wusste ich von Anfang an, dass es leicht wird. Schließlich achte ich beim Fleisch schon immer auf hochwertige Qualität und kaufe fast ausschließlich beim Metzger meines Vertrauens ein. Doch je näher man sich mit der Sache beschäftigt, desto größer die Überraschungen.

Rindfleisch

Fakt ist, dass wir in Salzburg super aufgestellt sind, wenn es um Rindviecher geht. Es gibt einen Haufen Bauern, die hochwertiges Rindfleisch produzieren, inklusive seltener Varianten wie Galloway oder Wagyu. Daher kann man im gut sortierten Supermarkt auch das heimische Fleisch ganz einfach erwerben. Kurz gesagt, wer bei uns auf ein Angussteak aus Argentinien besteht, dem ist auch nicht mehr zu helfen. Viel wichtiger wäre es darauf zu achten, ob es sich um Weiderind handelt. Denn dann stecken im Fleisch wesentlich mehr gute Omega-3 Fettsäuren, manchmal sogar mehr als im Zuchtfisch. Dabei muss es meiner Meinung nach auch nicht immer Bio sein. Es gibt viele Bauern, die nicht Bio zertifiziert sind und trotzdem extrem achtsam und nachhaltig mit ihren Tieren umgehen. Ich finde es schön, wenn man den Bauern selbst kennt. Aber wer kann das schon von sich behaupten? Es genügt schließlich auch, wenn man einen Metzger seines Vertrauens hat, der seine Lieferanten mit Bedacht auswählt.

Lamm und Wild

Salzburger Lamm und Wild sind zwar nicht ganz so häufig vertreten wie Rind, aber immer noch relativ leicht zu bekommen. Wer hier gute Kontakte zum Lammbauern oder zu Jägern hat, sollte diese natürlich auf jeden Fall nutzen. Hier ist die Salzburger Schranne auf jeden Fall ein guter Tipp um fündig zu werden.

Schweinefleisch

Da wird’s schon schwieriger, denn Schweinebauern gibt’s wesentlich weniger. Da musste ich mich tatsächlich etwas herumfragen. Am Ende bin ich jedoch mehrfach fündig geworden, z.B. bei Stefan Fuchs (Die Fuchserei) in Grödig, beim Spitalergut vom Wimberg in Adnet oder auch bei meinem Schrannen-Metzger Franzi Kriechbaum. Der sitzt zwar in Lochen (schon Oberösterreich), bezieht sein Schweinefleisch jedoch von einem Bauern in Seekirchen. Ein tolles Sortiment hat der Greilhof aus dem Lungau, der neben der Schranne auch einen Stand am Bauernmarkt im Europark (jeden Freitag) hat. Dort gibt’s sogar selbstgemachte Käsekrainer. Sehen etwas anders aus als die herkömmlichen und schmecken auch anders. Besser. Ehrlicher. Echter. Beim Fuchs gibt’s  fast alles Fleisch (und tollen Speck!) aus Salzburg zu kaufen, mit Ausnahme von Salzburger Geflügel..

Geflügel

Ui, ui, ui, das war die schwierigste Hürde. Gerald Reisecker von „Salzburg schmeckt“ hatte mir das schon prophezeit und Recht behalten. Masthühner zu züchten tut sich offensichtlich kaum mehr jemand an. Zu groß die Ausfälle durch krankheitsanfällige Hühner. Vor allem im Bio-Bereich offensichtlich schon fast ein Ding der Unmöglichkeit wirtschaftlich erfolgreich Masthühner zu züchten. Dabei wäre die Nachfrage definitiv gegeben. Die wenigen Adressen der kleinen Hendl-Bauern werden fast ausschließlich unter der Hand weitergegeben. So kann man sich glücklich schätzen, wenn man in die ein oder andere WhatsApp Gruppe aufgenommen wird. Dann erfährt man nämlich wann und in welchem Umfang geschlachtet wird, oft nur alle 6-8 Wochen. Aber auch hier bin ich nach längerer Recherche fündig geworden und zwar sehr gut sogar.

Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah? Gleich bei mir ums Eck, am Heuberg mit perfektem Blick auf die Stadt liegt der Bauer Anton Eigenherr. Er züchtet Hühner, Enten und auch ein paar Schottische Hochlandrinder. Geschlachtet wird am Donnerstag, bis Mittwoch muss man seine Bestellung abgeben und normalerweise am Samstag abholen. Wem das zu mühsam ist, der begibt sich Freitags oder Samstag in den Europark. Dort befüllt Anton Eigenherr eine kleine Vitrine in der Fleischabteilung des Interspars. Rechtzeitig da sein, sonst ist alles weg! Die Hendl schmecken übrigens ausgezeichnet. Genauso wie die Putenkeule vom Spitalergut in Adnet. Dort gibt’s nämlich auch Pute, natürlich garantiert antibiotikafrei. Die Familie Brunner von Spitalergut steht einmal in der Woche auf dem Halleiner Grünmarkt.

Übrigens: diese Recherchen haben meine Meinung wieder mal bestätigt, dass der Ruf von Hühnerfleisch als „gesundes Fleisch“ völlig überschätzt wird. Ich möchte nicht wissen, wieviel pharmazeutische Produkte wir mit einem herkömmlichen „Landhendl“ mitkonsumieren, ganz geschweige von der Vorstellung einer Massentierhaltung. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, wie unser enormer Geflügelkonsum anders befriedigt werden sollte.

Hier nochmal ein paar meiner persönlichen Highlights in Sachen Fleisch:

Die Fuchserei

Fuchserei GrödigGrödig
Hier gibt’s alles aus Salzburg: Rind, Schwein, Wild und Lamm und natürlich daraus produzierte Produkte, wie Speck, etc.
Übrigens: Stefan Fuchs war einer der ersten, die mit dem Salzburger Land Herkunftszertifikat ausgezeichnet wurden.

 

Primebeef

Die Züchtung der Wagyu-Rinder nimmt viel Zeit in Anspruch - Blogbeitrag ConnyPURE

St. Johann
Die Familie Obinger züchtet in kleinem Stil Wagyu Rinder. Man kann eine Patenschaft für eine Kuh übernehmen und bekommt dann verschiedene Stücke kiloweise. „From nose to tail“ ist hier die Philosophie. Ich war selbst schon mal dort und konnte mich von der tiergerechten Haltung überzeugen. Hier geht’s zu einem interessanten Artikel dazu!

 

 

 

 

Der Greilhof

Schwein Greilhof

Tamsweg
Verkauf auf der Salzburger Schranne und am Bauernmarkt im Europark. Hier gibt’s Rind, Wild und Schwein vom Hof und weiterverarbeitete Produkte (Speck, Würstel, etc.)

 

 

 

Franz Kriechbaum

Metzgerei Kriechbaum

Lochen
Verkauf auf der Salzburger Schranne und am Grünmarkt sowie im eigenen Geschäft
Alles, was der Fleischliebhaber begehrt von ausgesuchten Bauern. Nachfragen, wo’s her ist!

 

 


Eigenherr

Heuberg (Salzburg)Eigenherr Hendl Interspar
Hier gibt’s einmal in der Woche Hühner und Eier, etwas seltener Enten und schottische Hochlandrinder. Verkauf auch im Interspar Europark (Fr + Sa)

 

 

 

Spitalergut Das Spitalergut

Fam. Brunner in Adnet
Verkauf am Halleiner Grünmarkt (jeden Samstag)

Quasi alles vom Hof und der eigenen Schlachterei: Pute, Schwein, Lamm, Wild, Kalb, teilweise auch Rind.
Das Lamm stammt vom Nachbarn, das Wild von der Adneter Jägerschaft.

 

Wolfgang und Andrea Berger (Farmersclub)

Reitgutweg in Salzburg
Das Fleisch der selbstgezüchteten Galloway Rinder ist natürlich auch nach dem Salzburger Herkunfsiegel zertifiziert. Jeden Freitag kommt der Metzger und man kann nach Anmeldung aus den Vollen schöpfen. Ein echter Geheimtipp für alle, die in Parsch oder Aigen wohnen.

Und, und, und… 

Ich weiß die Liste ist bei Weitem nicht vollständig, denn es gibt noch jede Menge toller Fleisch-und Geflügellieferanten (z.B. Mache, Auernigg, Sticker, etc.)  Wer hier ein bisschen mehr in die Tiefe gehen möchte (um vielleicht auch mal in eine der WhatsApp Gruppen aufgenommen zu werden), kann mich gern mal persönlich kontaktieren.

Bis dahin ein letzter Tipp: 

Auch wenn wir im Fleischparadies leben, sollten wir die Sache nicht übertreiben. Man muss wahrlich nicht jeden Tag Fleisch essen, denn immerhin reden wir noch von Tieren und mit denen sollten wir genauso achtsam umgehen wie mit unserem eigenen Körper. Bei den vielen Gesprächen, die ich mit den Landwirten in den letzten Wochen hatte, wurde eines immer wieder deutlich. Die Achtung vor dem Tier steht bei vielen nachhaltigen Lieferanten ganz oben.